über´s Erziehen

Griffon-Erziehung
Griffon-Erziehung

Für Hunde sind unsere Lautäusserungen im Prinzip schlecht zu unterscheiden, alle ziemlich ähnlich, ausserdem menschlich und viel zu häufig in Form von Sprache dargeboten, nicht hundetypisch, dazu oft noch bedeutungslos und leicht verwechselbar, ausserdem bleiben sogar Befehle oft ohne Einforderung. Aus Hundesicht ist es also  eigentlich vernünftig das unklare Gequassel nicht zu beachten….
Klarheit, Konstanz und gut erkennbare Worte helfen Hund und Frauchen.

Griffa hat mit 14 Monaten ihre Gehorsamsprüfung und Leinenbefreiung nach dem Hamburger Hundegesetz im Niendorfer Gehege in Gegenwart von Wild (Rehe) gemacht.
Der Griffon Fauve de Bretagne braucht eine liebevolle, freundlich konsequente Hand, da er sich sonst sehr charmant Befehlen entzieht. Manche sagen, er sei dickköpfig wie ein Dackel.
Es ist wohl aber eher so, dass er nun einmal seine Anlagen hat und ihnen folgen muss. Er ist so intelligent, daß er seinen Charme durchaus dazu einsetzt, nicht zu gehorchen, wenn man es erlaubt, daher ist freundliche Konsequenz bei allen einmal erteilten Befehlen anzuraten, sonst lernt er sehr schnell nicht gehorchen zu müssen.
Freundliche Konsequenz bedeutet  – Niemals Gewalt, niemals körperlichen Schmerz zufügen, keinerlei Bestrafung für Misslungenes oder Unerwünschtes, niemals wütend werden, grob oder vielleicht sogar ungerecht, wenn ein Befehl nicht befolgt wird, sondern ihn immer ruhig zu Ende zu bringen, auch wenn die Durchführung aus logischer Sicht vielleicht keinen Sinn mehr ergibt.

Befehl heisst Ausführung. Sonst können Herrchen und Frauchen  es gleich vergessen.

Beispiel:  Der Befehl  „Sitz“ wird über Entfernung gegeben und der Hund hört es zwar, mogelt sich aber herum, wird langsamer, oder bleibt stehen, schaut freundlich zum Herrchen zurück wedelt, setzt sich aber nicht.-

Nun gehen wir freundlich auf den Hund zu und wiederholen den Befehl erneut, klappt es nun,  bekommt er erst dann eine kleine Belohnung, wie Streicheln oder Leckerchen. Das häufige Wiederholen und Bestätigen bei seiner Umsetzung gehört dazu. Ein einmal erteilter Befehl endet immer mit seiner Ausführung, gleichgültig was zwischendurch passiert. Das verstehen wir unter freundlicher Konsequenz, denn woher soll der Hund wissen, ob das unklare akkustische Signal, das da von seinem Herrchen oder Frauchen kommt, irgendeine Bedeutung hat.

Man könnte ja genau so gut GRONZ oder STRUNZ sagen:  Kein Mensch würde erwarten, daß ein Hund sich dann sofort setzt, obwohl dies als Befehl wunderbar funktioniert.

Für Hunde sind unsere Lautäusserungen im Prinzip ziemlich gleich, schlecht zu unterscheiden, ausserdem menschlich und viel zu häufig dargeboten, nicht hundetypisch, dazu oft noch bedeutungslos und ähnlich, ausserdem bleiben sie zu oft ohne Einforderung. Genauso ist es mit Befehlen die man gibt und deren weiterer Verlauf bei Nichterfüllung ohne jede Konsequenz bleiben. Der Hund lernt dann sehr schnell daß dieses Signal ignoriert werden soll.


Im Wald bei uns kann man diese Technik bei vielen Hundeführern beobachten:

Botox sitz!  Botox hört das natürlich, wedelt zu Bestätigung mit dem Schwanz und kommt dann zum Frauchen. Botox ist ein lieber Hund.

Da fremde Leute zuschauen, schreit Frauchen jetzt lauter Boootoxx sihiitz!!!
Botox weiß aber nicht, was das jetzt soll. Er war ja gekommen, als er seinen Namen hörte.

Jetzt schreit Frauchen noch lauter:  Boohoohootoxxxx! – Du – sollst – verdammt noch mal – endlich Sitz  – machen!  

Jetzt ist das akkustische Signal auch noch völlig anders, als der erste Befehl.  Botox wedelt wieder.

Jetzt sagt Frauchen:
Botox, Du bist aber auch schwer zu erziehen, aber komm mal her, hier ist Dein Leckerchen. Ich lieb Dich auch so.

Botox hat gelernt, daß es völlig bedeutungslos ist was Frauchen sagt. Es gibt ein Leckerchen. Botox ist schlau :-))


Griffa ließ sich die Grundkommunikation gut beibringen. Sitz, Platz, Bleib, Fuß, Heranrufen. Sitz und Bleib über weite Entfernungen lernte sie auch gut und schnell.

Nach ca. 3 Jahren war alles gut verankert, daß es nahezu immer funktioniert. Im September 2015 wurde sie 8.

Die Zuverlässigkeit wird dann wackelig, wenn frisches Wild in der Nähe die Wege kreuzt, der Hund es vor uns bemerkt, weil wir wieder einmal mit dem Spaziergehpartner quatschen und er mit Spurlaut loslegt.

Wortbefehle kommen jetzt zu spät.- Der Hund ist voll mit Adrenalin und will jetzt rennen. Innerhalb von Sekunden sind 300 m zurückgelegt.-
Kann er nun nicht mehr angesprochen werden, ist ein Griffon Fauve lange Zeit weg, denn es ist ja ein Lauf- und Jagdhund und man muss je nach Fluchtobjekt und Gebiet sehr sehr sehr lange Zeit am Ort bleiben, bis er zurückkommt.

Der Hund kommt garantiert zurück wenn kein Unfall dazwischen kommt….. Das kann allerdings sehr viele Std. dauern. In solchen Fällen bleiben Sie am Ort !!!  Hunde wissen genau wo die Jagd begann. Orientierungssinn und Geruchssinn und ein kürzlich entdeckter weiterer Sinn führen sie zurück wenn sie fertig sind.

INFO: Im Wissenschaftsteil der WELT las ich, daß man kürzlich im Auge des Hundes eine weitere bisher unbekannte Sensorik festgestellt hat:
Hunde können demnach ähnlich wie Vögel das Magnetfeld der Erde optisch erfassen. Eine Erklärung warum Sie auch nach weiter Entfernung zurück zum Ausgangsort finden.

Keine wirklich gute Option, die sich gut liest oder Freude macht, geschweige denn, was alles passieren könnte und welche Ängste man in dieser Zeit aussteht …..  In Gefahrengebieten mit viel Wild trägt unser Hund  ein Funki, das piepsen und sprayen kann. Es hat Griffa seit 8 Jahren ein Leben ohne Leine beschert.

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Bleib
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Es hat wenig Sinn von diesen Hunden etwas zu verlangen wofür sie nicht angelegt sind. Selbst wenn sie es tun, macht es ihnen keine Freude und das merkt man.

Jagdhunde sind deshalb Jagdhunde, weil ganz bestimmte Eigenschaften in ihrem Wesen durch lange Zuchtauswahl sehr tief verankert sind. Bei diesen Rassen wurden oft über Jahrhunderte bestimmte Fähigkeiten herausgemendelt:  -Schnüffeln (Nachsuchen), Laufen, Hetzen, Jagen, Stöbern, (Apportieren).-
Es sind Eigenarten die im Leben des Nichtjägers stören. Man muss sich unbedingt vorher überlegen, ob man damit umgehen kann.

Diese Hunde sind kostbare Geschenke, die es verdient haben gut und angemessen gehalten zu werden und die ein sehr enges Verhältnis zu ihrem Herrchen/Frauchen aufbauen.

Jagdhunde sind für Pudelkunststücke nicht besonders geeignet, sondern ihre wölfischen Fähigkeiten sind besonders gut ausgeprägt. Sie belohnen uns dafür mit Schönheit, Treue, Sportlichkeit, Bereitschaft sich anzupassen und ruhiger Ausgeglichenheit im Haus.

Es erleichtert das Zusammenleben ungemein, nur wenige, akkustisch klare, einfache Befehle zu trainieren, die immer bis zum Ende durchgesetzt werden müssen. Liebevolle und freundliche Konsequenz macht alles möglich. „Freundliche Konsequenz“ bedeutet in diesem Zusammenhang ein einmal gegebenes Kommando immer bis zur Ausführung zu bringen. Nicht mit lauter werdendem Schreien, oder sogar Bestrafung, das wäre nicht nur bei  Griffon- Fauves, sondern bei jedem Hund absolut kontraproduktiv. Mit Beharrlichkeit, Ruhe, Freundlichkeit, Belohnung, ist es besser immer darauf zu bestehen, dass das gegebene Kommando ausgeführt wird, auch wenn der Punkt an dem es für uns Menschen eigenlich Sinn machte, bereits vorbei ist ist.

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